Die Selbstheilungskraft der Biene

Pflanzen produzieren viele chemische Verbindungen, um sich gegen Angreifer zu verteidigen. Einige von ihnen sind dem Menschen bekannt, wie Capsaicin, die starke Waffe von Chili-Pfeffer-Pflanzen. Viele Tiere vertragen diese Stoffe nicht und halten sich daher von diesen Pflanzen fern. Einige dieser Stoffe sind auch für Insekten giftig und unangenehm bei der Verdauung.

Diese Stoffe, die üblicherweise in den Blättern und im Geäst der Pflanze auftauchen, sind auch im Nektar und dem Pollen der Pflanze nachweisbar. Scheinbar ist das verwirrend. Warum sollten die Pflanzen die Bestäuber vergiften wollen von denen sie gleichzeitig abhängig sind?

In einer Studie, die Anfang dieses Jahres veröffentlicht wurde, haben die Forscher Leif Richardson und seine Kollegen entdeckt, dass Hummeln und andere Bienen die Gifte der Pflanzen zu ihrem Vorteil nutzen. Er scheint zwar nicht so ansprechend zu schmecken, jedoch scheinen Bienen die „giftigen“ Blüten speziell aufzusuchen, wenn sie an Darmparasiten leiden – um sich selbst die Medizin zu verabreichen.

Der ganze Artikel ist hier nachzulesen:

Richardson, L., Bowers, M., & Irwin, R. (2015). Nectar chemistry mediates the behavior of parasitized bees: consequences for plant fitness Ecology DOI: 10.1890/15-0263.1

Parasitized Bees May Self-Medicate with Nectar