Schwarmstimmung im Bienenvolk?

Schwärmen ist wie schon vorige Woche beschrieben die natürlichste Vermehrung von Bienenvölkern. Vor allem, wenn die Temperaturen wärmer werden kommt es im Bienenvolk vermehrt zur so gennanten Schwarmstimmung. Hier findet ihr eine kurze Anleitung wie und wann Bienen in Schwarmstimmung kommen und wie sie der Imker erkennt und evtl. verhindert.

 

Zu welcher Jahreszeit schwärmen Bienen?

bienenschwarm
Bienenschwarm im Garten.

Bei uns in Wien und Niederösterreich ist frühestens ab Ende April zu rechnen. In Wien evtl. schon 2 Wochen früher – je nach Witterung und Trachtbedingungen. Mitte Mai bis Ende Juni, d.h. bis ca. zur Sommersonnenwende schwärmen Bienenvölker am häufigsten und können mit viel Glück in Gärten, Parks oder auch auf Straßen beobachtet werden. Die meisten Bienenvölker schwärmen aber erst im 2. Jahr. Wenn die Bienenkönigin älter wird, nimmt der Schwarmtrieb jedoch wieder ab. In einem Schwarm verlässt immer zuerst die alte Königin die Beute, um einer neuen, jungen und vitalen Königin Platz zu machen. Aber vorher nehmen sie noch genug Honigreserven zu sich, damit sie mehrere Tage ohne Honigvorräte überleben können.

Bleiben im Volk mehrere so genannte Weisel- oder Königinnenzellen zurück, kommt es spätestens nach dem Schlupf zu Nachschwärmen. Das sind meist kleinere Bienenschwärme die ein neues Volk in einer neuen Behausung gründen. Eine einzige unbegattete Königin bleibt aber auf jeden Fall mit den restlichen Bienen zurück und übernimmt das alte Volk und die Behausung. Einige Tage nach dem Schlupf geht sie auf Jungfernflug und wird von mehreren Drohnen in der Luft begattet. Sollte dieser Begattungsflug erfolgreich sein, beginnt sie mit dem Eierlegen und bringt das Bienenvolk so in die wichtige Wintervolksstärke.

 

Wie erkennt der Imker, ob ein Bienenvolk schwärmen möchte?

Wichtig ist, dass der Imker ab Mitte April regelmäßig seine Bienenvölker kontrolliert. Wir schauen, ob wir Spielnäpfchen (unbestiftete, jedoch größere Zellen) auf den Brutwaben finden. Sollten diese bereits mit einem Ei oder gar im Futtersaft schwimmende Larven enthalten wird es nicht mehr lange dauern bis das Bienenvolk auszieht. In der Regel braucht eine Bienenkönigin vom Eistadium bis zum Schlupf 16 Tage. D.h. eine Kontrolle auf Weiselzellen ist alle 9 Tage sinnvoll um diese zu erkennen.

Aufkommende Schwarmstimmung zeigt sich in der Regel wie folgt:

  • Am Flugloch:
    Hier kommt es speziell am Vormittag und nach kurzen Regenschauern bei warmem Wetter zu hohem Flugbetrieb. Auch Drohnen fliegen jetzt vermehrt ein und aus.
  • Auf dem Beutenboden:
    Hier finden sich glasig durchsichtige feine Wachsplättchen als Zeichen der einsetzenden Bauaktivität für neue Waben. Evlt. erkennt man auch die Deckel von Drohnenzellen auf dem Boden, die im Gegensatz zu Arbeiterinnenzellen am Stück aufgenagt werden.
  • Im Volk:
    Hier fällt sofort die große Zahl der Bienen auf. Die Bienenmasse quellt dem Imker förmlich entgegen. Wir finden Drohnen und Drohnenbrut sowie Spielnäpfchen. Ein solches Volk braucht dringend mehr Platz und der Imker muss dafür sorgen, dass sich sein Bienenvolk weiter ausdehnen kann.

Igoriert der Imker den Schwarmtrieb seiner Bienen bzw. verabsäumt er Maßnahmen dagegen zu setzen werden seine Bienen ausziehen und sich eine neue Behausung suchen und hoffentlich auch finden – und evlt. können wir einen Blick auf dieses Naturschauspiel erhaschen;-)